Durch die Nacht mit …

Igudesman und Joo

Produktion: avanti media plus
Regie: Edda Baumann-von Broen und Aljoscha Hofmann
Jahr: 2017
Dauer: 52 Minuten

Ohne Frage sind die Salzburger Festspiele ein Mekka für viele Klassik-Fans aufgrund  gigantische Inszenierungen und großer Namen der klassischen Musikwelt, doch manchen schien das Festival in der Vergangenheit zu gediegen und pompös.

Geiger Aleksey Igudesman und der Pianist Hyung-ki Joo schauen wenige Tage vor den ersten Premieren hinter die Kulissen und treffen alte Freunde und neue Bekannte. Viele Musiker der jüngeren Generation schätzen die ungewöhnliche Kombination von Klassik und Humor und die virtuosen musikalischen Sketche von Igudesman & Joo.

Als Erstes treffen die beiden ihre Freundin Sarah Wedl-Wilson, die Co-Leiterin der Universität Mozarteum Salzburg. Danach geht es in das Haus der Festspiele. Dort begegnet ihnen zunächst die gutgelaunte Präsidentin der Salzburger Festspiele. Helga Rabl-Stadler nimmt sie mit hinter die Kulissen der Felsenreitschule und steigt auf den Humor der beiden ein. Am Ende steht sogar eine vage Einladung für das nächste Jahr im Raum.

Als Nächstes holen die beiden Vladimir Jurowski, der in diesem Jahr Alban Bergs „Wozzeck“ dirigiert, von den Proben ab und erkundigen sich, wie es läuft. Auf der spektakulären Dachterrasse des Festspielhauses sprechen sie mit Jurowski darüber, wie es ist, ein Dirigentensohn zu sein und über Frank Zappa.

Anschließend musizieren sie mit ihrer Freundin, der Sopranistin Asmik Grigorian, die im „Wozzeck“ singt, in einem Probenraum des Festspielhauses. Gern würden sie auch für Peter Sellars die Bühne fegen, aber das Festival wacht scharf darüber, dass Proben und Künstler nicht gestört werden.

Im Gourmetrestaurant Ikarus, in dem zur Zeit der französische Sternekoch Daniel Boulud, der in den USA ein Superstar ist, schottisches Essen kocht, treffen Igudesman & Joo ihre Freundin, die Performance-Künstlerin und Enkelin von Charlie Chaplin, Aurelia Thierrée. Gemeinsam philosophieren sie über die Schwere der Leichtigkeit, über Timing und Humor und die Schwierigkeit, ihre Arbeit einzuordnen.

Danach kämpfen sie sich durch den heftigen Sommerregen zum Domplatz vor, an dem sie ihren Bekannten Michael Sturminger treffen wollen. Der inszeniert in diesem Jahr den Jedermann und will wenige Tage vor der Premiere die Beleuchtung testen. Doch der Domplatz steht nach heftigen Regengüssen unter Wasser und Igudesman & Joo werden von Sturminger in die inoffizielle Festspielhaus-Kantine „Resch&Lieblich“ beordert. Das Restaurant platzt auch um Mitternacht noch aus allen Nähten. Dort treffen sie neben dem Regisseur auch Peter Lohmeyer, der schon zum fünften Mal den Tod im Jedermann spielt.

Zur späten Stunde empfängt sie noch Teodor Currentzis in seinem Salzburger Domizil. Der Dirigent, der als Klassikrebell gilt, hat wenig Muße für Oberflächlichkeit. Stattdessen diskutiert er mit den beiden über Mozarts Leben und die Frage, ob Dirigenten notwendig sind. Als der Regen endlich nachlässt, machen sich Igudesman und Joo müde, aber beeindruckt von den vielen Begegnungen, auf den Weg zurück nach Wien.